Buddha by Friday

Ein gefügeltes Wort und inzwischen der Abschiedsgruß bei den Telefonaten mit meinem Kollegen Neil Dougan, der in Perth - Western Australia als Coach arbeitet. In Zeiten der Videotelefonie ist es ja nichts besonderes mehr sich mit Menschen auf der anderen Seite des Planeten zu unterhalten. Aber manche Menschen dort sind besonders, so eben auch mein lieber Kollege, dessen Vater Neil Abdullah Dougan eine spirituelle Schule in Neuseeland  im Stil des Gnostikers Georges I. Gurdjieff, führte. "Wake Up!" war der Satz, der nicht nur meine Kindheit begleitete und dennoch sind weder mein Kollege noch ich bisher mit der Gnade der Erleuchtung gesegnet worden. Wir arbeiten an uns, wir schleifen an unseren Ecken und Kanten, wir bearbeiten unsere Chief features und wir begleiten uns seit mehreren Jahren auf der Reise ein bewusster und erwachter Mensch zu werden oder besser zu sein. "Buddha by Friday" ist ein Versprechen, das wir uns Woche für Woche geben, um uns zu erinnern, was wir in unserem Leben erreichen wollen. 

Natürlich erinnert es mich immer wieder an MOOJI und sein Video "You can be a Buddha in a day". Also, was in Wirklichkeit hält mich ab heute, morgen oder am Freitag ein Buddha zu sein? Ist es meine Anhaftung an Leiden an sich, mein nicht Loslassen können von Menschen, die mir nicht wohlgesonnen sind, meine Anforderungen an mich selbst, all das was ich noch nicht einfach annehmen kann, so wie es eben ist? Sind es die Kapriolen meines strategischen Verstandes, meine immer noch nicht ganz geglätteten und harmonisierten Emotionen, oder das immer doch mal wieder Aufblitzen des Verlangens zu urteilen, Recht zu haben?

Oder ist es ein Mangel der mich zurückhält? Ein Mangel an Mitgefühl​, der mich mit subtilen pilzähnlichen Fäden von Schuld und Scham wie mit einem Myzel durchzieht und langsam erstickt. Heute könnte es die Selbstverurteilung für mangelnde Liebesfähigkeit mein Grund sein nicht als Buddha aufzuwachen. Sich selbst verzeihen, ist ein steinigerer Weg als es im ersten Augenblick aussieht. Heute ist Max gestorben. Das Eichhörnchen einer lieben Freundin ging in die ewigen Jagdgründe, während sie außer Haus war. Auch sie hat noch bis Freitag Zeit, sich selbst zu verzeihen. Cheers to Max und auf und ein weiteres "Buddha by Friday" meine Freunde.

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Marie-Anne Kannengießer
 

Jahrgang 1961, aus Niederbayern, wohnhaft im Waldviertel. Ideenlabor, Analytikerin und Bewusstseinstrainerin.

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